Lakmann – 2 Gramm gegen den Stress

(03/2013)

 

Lakmann „mit einem ‘One’ hintendran, das klingt oberschlau“ ist einer von denen, „die aus Liebe noch am Mic schuften“. Wer aufmerksam zuhört, wird dem zustimmen. Leider handelt es sich hierbei anscheinend nicht um eine erfüllte, sondern eher um unerwiederte Liebe: Lakmann wurde sitzengelassen. Legendenstatus hin oder her, momentan hat er nämlich vielmehr „Probleme von Siegen bis nach Witten“ und wirkt ziemlich lebensmüde. Nicht im Sinne von Todessehnsucht, sondern müde vom Leben: Genervt, entkräftet, es geht ihm schlecht. „Es geht nicht angepisster.“

Find ich schon, der Flow bleibt immer irgendwie genervt, nöhlig und überdrüssig: „Gott schenke mir Geduld, am Besten sofort!“ Das wirkt zum Glück nie anstrengend für den Hörer, und an schönen, ausgefallenen Reimen und Alleinstellungsmerkmalen im Flow mangelt es Lakmann auch nicht. Die Beats sind fast allesamt der Burner, sehr klassischer Sound, viele Cuts, alles mega old-school, kein Gesang. Die Ausreißer unter den Beats klingen dann so wie Creutzfeld&Jakob, und geilerweise gibts neben einem waschechten Premo-Beat auch gleich zwei Flipstar-Features, jawoll!

„Ich bin so underground, mich mag gar keiner.“ Glücklicherweise lässt sich Lakmann aber nicht unterkriegen und weigert sich einfach, aufzugeben, auch wenn alles scheiße läuft: „Nichts erscheint unmöglich.“ Recht so!

Man fragt sich gerade in Lakmanns Fall natürlich schon: „Warum zum Teufel läuft es mit Realness so beschissen?“ Und bekommt auch direkt seine Antwort: „„Die Dominanz im Rap bezieht sich für die Bitches auf das Radiogeschäft“. Oder: „ich glaub, dat is die Midlifecrisis!“ Wahrscheinlich ein bisschen was von Beidem. Vielleicht liegts aber auch daran: „Ich komm straight vom hart chillen und nix machen / hin zum täglich Jobben aber im Kopf nix raffen.“ Oder aber auch an seinem wohl exorbitanten Weed-Konsum und den damit verbundenen Psycho-Abfucks. Manch einen zieht der Seelenstriptease und die leicht negativ-depressive Grundstimmung dieses Albums vielleicht runter.

Mich nicht, denn Lakmann rappt super und super eigen, die Beats sind der Burner und die Features auch. Besonders empfehlenswert ist neben “Xclusive Radio” mit Flipstar der Kracher „Das letzte Wort“, „der ganz bestimmt kein’ Chorus braucht.“ Megadope.

Also, damit es dem kleinen Laki bald wieder besser geht: Kaufen! Weil:

„Ich mein dat ernst, wenn ich sach, dat ich die Kohle brauch’!“

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